07.03.2026
Die Rückkehr der Selbstverständlichkeit des Seins
Es begann weniger mit einer Entscheidung -
Eher mit einem Nachlassen.
Der Zweifel wurde müde, Fragen legten sich.
Da war kein großes Ereignis – nur ein Atemzug,
der tiefer ging als sonst.
Wie Tau, der nicht fragt,
ob er fallen darf.
Gedanken lösten sich -
wie Nebel zwischen Bäumen,
und etwas im Inneren
hörte auf, sich zu erklären.
Die Fülle kam nicht plötzlich.
Sie stand schon lange da.
In jedem Bissen Nahrung,
in jedem Schluck,
in jeder Berührung mit der Welt.
Früher wurde die Fülle geprüft:
Ist das erlaubt?
Ist es sicher?
Ist es genug?
Ist es zu viel?
Wird es bleiben?
Nun wurde sie aufgenommen.
Einfach so.
Ohne Gegenrechnung.
Wie der Wald den Regen aufnimmt.
Wie die Wurzel den Weg zum Wasser kennt,
ohne ihn benennen zu müssen.
Der Körper erinnerte sich schneller als der Verstand.
Er wusste, wie man empfängt.
Wie man dankt,
Indem man lebt.
Wie Heilung geschieht,
wenn niemand zusieht.
Leise.
Über Nacht – so schien es –
war etwas erwacht,
das nie wirklich geschlafen hatte.
Es hatte nur gewartet,
bis das Misstrauen leiser wurde.
Das Sein wurde wieder selbstverständlich.
Nicht leichtfertig,
sondern sicher vertrauend.
Ein Wissen älter als Zweifel.
Wie Atmen.
Wie Gehen.
Wie das Wiederfinden eines Pfades,
der nie verschwunden war,
nur überwachsen.
Da musste nichts mehr bewiesen werden.
Das Leben durfte nähren.
Und angenommen werden.
So kehrte etwas zurück,
still und unaufhaltsam:
das Einverstanden-Sein
mit dem Dasein –
wie es ist.
***
eine Inspiration aus der Zeit der letzten Rauhnächte
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